Hallo!
Ja, die liebe Oberflächenberechnung
Wer mit CAD-Systemen arbeitet, hat üblicherweise kein großes Problem damit. Die allermeisten 3D-CAD-Systeme können die Oberfläche exakt bestimmen.
Aus den Baddaten (Spannung, Widerstand etc.) lässt sich das nicht berechnen, weil die Parameter dazu viel zu unbestimmt sind: das beginnt mit der Form der Kathode, geht über den Winkel, in dem das Bauteil zur Kathode aufgehängt ist, die Position an der Titanhalterung, Säuretemperaturen/-konzentration/Aluminiumgehalt und geht über die Legierung, Oberflächenrauhigkeit hin zur Bauteilgeometrie (Sackbohrungen etc.). Selbst die Zirkulationswege der Säure im Bad können wichtig sein, so dass man manchmal gezielt Teile des Bauteils "unter Wasser" mit einem "Säurestrahl" beaufschlagt.
Mein einem Satz: so eine Berechnung ist schlicht nicht möglich.
Grundsätzlich sollte man bei der Berechnung schon eine gewisse Sorgfalt walten lassen - aber man darf es auch nicht übertreiben. So verhält sich eine Rohrinnenwand oder auch ein zu anodisierendes Gewinde anders als eine ebene, äußere Oberfläche. In einem Rohr nimmt das elektrische Feld von den Öffnungen zur Mitte hin langsam ab - die Schichtstärke dann also ebenfalls. Ähnliches gilt für Sackbohrungen oder sonstige Kavitäten. Will man das verhindern, so muss man mit Extrakathoden (bspw. Kathodentitanstab achsial in der Mitte des Rohres) arbeiten. Ebenso hat man an jeder Kante andere Verhältnisse im elektrischen Feld, was ebenfalls die Schichtdicke beeinflusst.
Vor diesem Hintergrund ist es wenig sinnvoll, den Strom bei komplexeren Teilen auf das Prozent genau zu ermitteln. Da reicht dann eine Überschlagsrechnung mit +/-10%. Für zertifizierbare Ergebnisse muss sowieso eine Nullserie gefahren, die Schichtdicke überall auf dem Teil vermessen und dann entsprechend bspw. durch Zusatzkathoden oder Lageänderung etc. korrigiert werden.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Drube
Electronic Thingks