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Bauteil lässt sich nicht anodisch schalten

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07 Oct 2011 00:42 #1 by Thomas09
Hallo zusammen,

ich bin ganz neu dabei und habe folgendes Problem. Ich arbeite mit einem 12 V Netzteil, 1:1 verdünnter Bateriesäure und Bleielektroden. Die Bauteile hänge ich wie empfohlen an einem Titandraht auf. Schalte ich das Bauteil negativ fängt das Bad an zu schäumen und am Bauteil steigen Wasserstoffbläschen auf. Ich bin mir recht sicher, dass es Wasserstoff ist, da es am Anfang zu kleinen Explosionen kam.
Schalte ich das Bauteil anodisch passiert überhaupt nichts. Auch das Messgerät zeigt 0 Ampere Stromfluss an. Um den Fehler zu finden habe ich dann die Bleikathoden durch ein Stück Aluminium der selben Legierung wie der des Bauteils ersetz. Jetzt funktionierte das Eloxieren problemlos. Das Bauteil ließ sich anschließend auch prima färben und versiegeln. Die Farbe ist auch wunderbar abriebfest.
Leider hat das Ganze kein 2. Mal funktioniert. Ich habe jetzt Kathoden aus Bleifolie, massivem Blei und besagter Aluminiumlegierung ausprobiert. Es war jedes Mal das gleiche Bild. Schalte ich das Bauteil kathodisch fließt Strom, schalte ich es anodisch fließt kein Strom.

Kann mir da irgendwer weiter helfen? Ich habe keinerlei verdächtige Bauteile verwendet nur ein Par Kabel, Listerklemmen, einen kurzen Blechstreifen und den Titandraht. Ich versteh das wirklich nicht. Wie gesagt, es hat ein einziges Mal prima funktioniert.

...dann noch etwas.

Ich habe den Apparat jetzt mit in mein Wohnheimzimmer genommen, um weiter daran herum zu tüffteln und den Fehler festzustellen. Heute habe ich mitbekommen, dass meine Säure nicht mehr leifähig ist und auch nicht mehr ätzend wirkt. Ich konnte sogar den Finger reinhalten und das obwohl sie sich die letzten Tage stets in einem Luftdichten Behälter befand. Altert die Säure? Ist das normal, dass sie nach einer gewissen Zeit (etwa 10 Tage) nicht mehr zu gebrauchen ist?

... und vor allem: Wo kann man Bateriesäure problemlos kaufen. Ich habe die Erfahrung gemach, dass sich Baumärkte inzwischen extrem affig haben. Damit würde zu viel blödsinn gemacht. In meiner Heimatstadt bin ich in einer Motorradwerkstatt fündig geworden. Hier würde ich jetzt aber gerne etwas zielgerichteter vorgehen.

Soviel von mir, besten Dank im Vorraus.

Gruß, Thomas.

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07 Oct 2011 02:00 #2 by McFly
Hallo Thomas,

Batteriesäure hab ich z.B. bei A.T.U für ca.4€ den halben Liter bekommen.
Bei Deinen anderen Fragen kann ich Dir nicht weiter helfen.

Gruß

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07 Oct 2011 09:56 #3 by Christoph Drube
Hallo!

Thomas09 wrote: ich bin ganz neu dabei und habe folgendes Problem. Ich arbeite mit einem 12 V Netzteil, 1:1 verdünnter Bateriesäure und Bleielektroden. Die Bauteile hänge ich wie empfohlen an einem Titandraht auf. Schalte ich das Bauteil negativ fängt das Bad an zu schäumen und am Bauteil steigen Wasserstoffbläschen auf. Ich bin mir recht sicher, dass es Wasserstoff ist, da es am Anfang zu kleinen Explosionen kam.
Schalte ich das Bauteil anodisch passiert überhaupt nichts. Auch das Messgerät zeigt 0 Ampere Stromfluss an. Um den Fehler zu finden habe ich dann die Bleikathoden durch ein Stück Aluminium der selben Legierung wie der des Bauteils ersetz. Jetzt funktionierte das Eloxieren problemlos. Das Bauteil ließ sich anschließend auch prima färben und versiegeln. Die Farbe ist auch wunderbar abriebfest.
Leider hat das Ganze kein 2. Mal funktioniert. Ich habe jetzt Kathoden aus Bleifolie, massivem Blei und besagter Aluminiumlegierung ausprobiert. Es war jedes Mal das gleiche Bild. Schalte ich das Bauteil kathodisch fließt Strom, schalte ich es anodisch fließt kein Strom.
Kann mir da irgendwer weiter helfen? Ich habe keinerlei verdächtige Bauteile verwendet nur ein Par Kabel, Listerklemmen, einen kurzen Blechstreifen und den Titandraht. Ich versteh das wirklich nicht. Wie gesagt, es hat ein einziges Mal prima funktioniert.


Einfach nur hier schauen: Geeignete Netzteile

Dort ist schon aufgelistet, dass Batterieladegeräte nicht wirklich geeignet sind: die Ausgangsspannung ist einfach zu niedrig. Je nach Parametern (da reichen schon dünne Oxidschichten z.B. auf dem Blei) fliesst dann kein Strom mehr. Dass sich beim anodisch geschalteten Aluminium nicht viel tut, liegt ebenfalls an der zu geringen Spannung. Die sich direkt bildende Oxidschicht ist ein hervorragender Isolator, der entsprechend viel Spannung benötigt.

Ich habe den Apparat jetzt mit in mein Wohnheimzimmer genommen, um weiter daran herum zu tüffteln und den Fehler festzustellen. Heute habe ich mitbekommen, dass meine Säure nicht mehr leifähig ist und auch nicht mehr ätzend wirkt. Ich konnte sogar den Finger reinhalten und das obwohl sie sich die letzten Tage stets in einem Luftdichten Behälter befand. Altert die Säure? Ist das normal, dass sie nach einer gewissen Zeit (etwa 10 Tage) nicht mehr zu gebrauchen ist?


Leute! Man hält doch nicht einfach den Finger in Säure, nur weil man vermutet, dass diese nicht mehr so stark ist. Selbst, wenn man vorher misst: man nimmt niemals seinen Finger!

Natürlich gast nicht luftdicht verschlossene Schwefelsäure mit der Zeit aus - was besonders erfreulich ist, wenn in der Nähe korrosionsanfällige Sachen (Werkzeugstahl) vorhanden sind. Diesen kann man beim Rosten zusehen.
(Als Schüler ist mir mal unbemerkt ein Kunststoffverschluss von einem Liter 96%iger Schwefelsäure gerissen. Ergebnis: Flasche enthielt nach zwei Wochen nur noch Wasser, das Holzschränkchen darunter bestand nur noch aus Holzkohle ...)
Also: immer *gut* verschließen (offensichtlich war das nicht der Fall)!

Schwefelsäure gibt es meist im Großhandel für Autozubehör - dort wo auch die Werkstätten einkaufen. Hier findet man z.B. bei Temot Autoteile 40 Liter-Kanister für um die 40 Euro.

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Drube
Electronic Thingks

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07 Oct 2011 10:33 #4 by Thomas09
Hi vielen Dank euch 2...

Es war kein Batterieladegerät sondern ein CB-Funknetzteil aber das mit der Oxidschicht ist ein möglicher Ansatz obwohl mir immer noch nicht klar wird, dass Strom floss wenn das Bauteil kathodisch geschalten war. Theoretisch ändert sich doch nichts am System 1.Oxidschicht-Säurebad-2.Oxidschicht, der Widerstand müsste doch der gleiche sein.... wir werden sehen.

Von der Bleifolie habe ich ein großeres Packet von einem Werkstoffprüfer bekommen. Also werde ich demnächst mit Einwegkathoden arbeiten. Langfristig werde ich mich auch um ein stärkeres Netzteil kümmern müssen.

...zu meiner Vermutung: Die vermeintliche Säure hatte einen Widerstand von 800 Ohm und hat auch nicht reagiert wenn ich Brandkalk reingegeben habe. Aber prinzipiell hasst du eigentlich recht.

Gruß, Thomas.

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07 Oct 2011 10:41 #5 by Christoph Drube
Hallo nochmal,

Thomas09 wrote: Es war kein Batterieladegerät sondern ein CB-Funknetzteil aber das mit der Oxidschicht ist ein möglicher Ansatz obwohl mir immer noch nicht klar wird, dass Strom floss wenn das Bauteil kathodisch geschalten war. Theoretisch ändert sich doch nichts am System 1.Oxidschicht-Säurebad-2.Oxidschicht, der Widerstand müsste doch der gleiche sein.... wir werden sehen.


Doch.

Das ist chemisch gesehen sogar ein ganz erheblicher Unterschied. Der Schichtaufbau funktioniert nur an der Anode, weil sich nur dort nativer Sauerstoff abscheidet, der für den Aufbau der keramischen Schicht benötigt wird.

Es ist entscheidend, an welcher Elektrode Elektronenüberschuss herrscht und an welcher Mangel.

Auf jeden Fall wird erstmal frische Säure und ein gutes Netzteil benötigt. Das sollte für Dich als Student aber relativ leicht zu beschaffen sein. Jeder E-Techniker sollte so eines besitzen :-)

Mit freundlichen Grüßen
Christoph Drube
Electronic Thingks

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07 Oct 2011 11:52 #6 by Thomas09
... wirklich :-)

Ich glaube wir reden gerade an einander vorbei ... bzw. ich verstehe dich immer noch nicht richtig. Mir ist schon klar, dass der gewünschte Schichtaufbau nur dann stattfindet, wenn das Bauteil anodisch geschalten ist. Deswegen heisst es ja auch anodische Oxidation.

Aber mir ist wird nicht klar, warum in meinen Apparat (scheinbar) die Elektronen problemlos vom Alubauteil durch die Säure zu Bleielektrode wanderten sie aber (nach dem umpolen) nicht von der Bleielektrode durch die Säure zum Aluminiumbauteil bewegen wollten.

Ich habe ein Ampermeter zwischengesachalten. Zunächst floss Strom und anschließend wieder nicht.

Aber ich will das jetzt nicht auf die Spitze treiben. Theorie und Praxis sind eben nicht immer gleichsetzbar. Vielen Dank, für die flinken Antworten.

Gruß, Thomas.

P.S.: Ich bin Maschinenbauer aber ein besser Netzteil bleibt wohl trotzdem notwendig.

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