Guten Morgen Herr Umstädter,
Erst einmal Danke für das Lob
Ist die Ampere-Zahl wichtig oder die Watt-Zahl?
Wenn mein Netzteil 24 Volt, 5 Ampere liefern kann-ist das zum eloxieren genauso geeignet wie 12 Volt, 10 Ampere?
Jein

Grundsätzlich ist die Stromstärke die entscheidende Größe, da die Berechnung ja immer in Strom pro Fläche erfolgt. Allerdings ist die Maximalspannung insofern wichtig, als je nach Geometrie, Material, Schichtdicke usw. einfach eine gewisse Spannung nötig ist, um den erforderlichen Strom fließen zu lassen. 12 Volt ist auf jeden Fall sehr wenig. Ich würde ein Netzgerät mit wenigstens 30V empfehlen, um für alle (dekorativen) Fälle gerüstet zu sein.
Ein Beispiel nach Ihrer Berechnung hat ergeben, das eine Felge (laut CAD-Programm 21.479 mm² Oberfläche, also 214cm²) ca. 1Stunde bei 3 Ampere eloxieren sollte.
Kann ich die Dauer durch eine Erhöhung der Amperezahl veringern? Beispielsweise 6 Ampere, 30 Minuten?
Hat das Auswirkungen auf die Oberfläche (Härte, Optik, etc.)?
Man kann die Anodisierdauer ändern, aber man muss da aufpassen. Bei der Schichtbildung handelt es sich um ein Kristallwachstum, welches nicht beliebig beschleunigt werden kann. 30 Minuten halte ich - sofern keine besonderen Maßnahmen (sehr gute Umwälzung, aktive Kühlung) getroffen werden, für das Minimum.
Natürlich ändern sich die Schichteigenschaften je nach Strom/Fläche. Je höher der Strom, desto aggressiver wird die (wärmere) Säure an der Grenzschicht und umso poröser die Schicht selbst. Durch Temperaturabsenkung und Umwälzung kann man das etwas kompensieren, allerdings werden die Poren bei zu starker Kühlung zu klein, so dass die Farbaufnahme leidet. Man kann auch die Säurekonzentration (und damit die Rücklösung) verringern - aber dadurch steigt dann wieder der Badwiderstand -> mehr Wärme.
Sie sehen, es gibt eine Menge an Stellschrauben, an denen man drehen kann - und das sind längst nicht alle - und alle beeinflussen die Schichtstärke und Qualität

Für den Anfang würde ich unbedingt 1,5A/dm² für 45 Minuten einsetzen. Das bringt erfahrungsgemäß die wenigsten Probleme.
Zur Eloxieranlage:
Soweit ok. Ich würde anstatt Kupfer aber Aluminiumstangen verwenden. Die geringere Leitfähigkeit spielt bei den Strömen und Stangenquerschnitten keine Rolle, aber man verhindert so Kupferausblühungen durch die Säuredämpfe (Kupfersulfat ist sehr gut wasserlöslich). Wenn diese ins Bad gelangen, zerstören sie es. Aluminium ist da nicht so empfindlich und außerdem haben Sie es ja eh im Bad
Kunststoffpropeller werden durchaus zur Umwälzung eingesetzt - ich würde diese aber entnehmbar gestalten, da sich Aluminium in der Säure mit der Zeit (Woche, Monate) auflöst. Außerdem nehmen solche Rührer im Bad viel Platz weg, so dass man flexibel bleiben sollte.
Eine andere Idee, die Kunden auch schon in größerem Maßstab umgesetzt haben, sind Magnetrührer (kennen Sie vielleicht noch aus dem Chemieunterricht): ein in Kunststoff gegossener Magnetstab am Boden wird durch einen außerhalb des Bades angeflanschten Motor mit Magnet mitgenommen. Der Vorteil: keine Achsen, wenig Platzbedarf , praktisch wartungsfrei, Rührer kann schnell an andere Stelle versetzt werden. Mit starken Neodymmagneten in entsprechenden Stäben sollte sich so etwas auch recht preiswert für höhere Wandstärken herstellen lassen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks