Hallo!
Rudi hat das recht gut beschrieben.
Hardanodisieren ist im Prinzip ja nur ein "normales" Anodisieren unter anderen Randbedingungen.
Man kann sich das Anodisieren ganz grob (eine genaue Darstellung würde viel zu weit führen und füllt hier im Labor ganze Regalmeter
![;-) ;-)]()
so vorstellen, dass zwei Prozesse gleichzeitig ablaufen:
1. der Schichtaufbau durch den Stromfluss und die damit verbundenen elektrochemischen Reaktionen
2. der teilweise Schichtabbau und die Porenbildung durch die Schwefelsäure.
Insbesondere der zweite Punkt ist stark temperaturabhängig, da die Aggressivität der Säure mit der Temperatur sehr stark ansteigt.
D.h. dass die Schicht umso weniger porös wird, je tiefer die Säuretemperatur ist (bzw. je stärker der Harteloxalzusatz zugesetzt ist).
Dadurch steigt die Schichthärte an, gleichzeitig sinkt aber das Farbaufnahmevermögen parallel dazu ab.
Beides, also Schichtdicken großer Härte und perfekte Farbgebung gibt es deswegen (leider) nicht.
Die Übergänge sind aber durchaus schleichend. So kann man je nach Legierung bei +15°C durchaus noch gute Färbungen bei gesteigerter Härte realisieren, während man bei +10°C oftmals schon Probleme mit der Farbsättigung hat. In solchen Bereichen muss man dann entsprechend Legierung, Farbstoff und Temperatur wirklich testen und bemustern, um dem Gewünschten so nah wie möglich zu kommen. Der Harteloxalzusatz verbessert in diesem Bereich nochmal die Porenbildung.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Drube
Electronic Thingks
P.S.: Die Temperatur spielt da übrigens eine ähnliche Rolle wie die Säurekonzentration. Näheres dazu findet sich hier:
Schwefelsäure / Anodisierbad