Hallo, Tobi!
Es ist ohne Zweifel die beste Methode, Werkstücke mittels Gewindelöchern zu kontaktieren. Bei vielen Stücken kann eine solche Bohrung auch - an verdeckter Stelle - nur für diesen Zweck angebracht werden. Wo das nicht möglich ist, kann man sich mit zu Klammern gebogenen Titandrähten helfen. Ich hänge mal ein Beispielbild an; soll ein Rohr zeigen, das mittels zweier Drähte innen kontaktiert wird. Der Draht ist ausreichend elastisch, um genügend Anpressdruck zu erzeugen. Ein solcherart kontaktiertes Werkstück darf im Bad nicht mehr bewegt werden, um ein Abwandern des Kontaktierungsdrahtes von der winzig kleinen Kontaktstelle zu verhindern!
Es ist nicht nur möglich, sondern sogar der Regelfall, dass mehrere Werkstücke gleichzeitig anodisiert werden. In diesem Fall sind für das Stromkalkül alle Oberflächen zusammenzurechnen. Zu beachten: ausreichend Platz zwischen den Werkstücken, damit die Säure ungehindert an alle Flächen gelangen kann. Rund um jedes Werkstück ca. 2 cm sollten es schon sein.
Rohre und Scheiben genau so ins Bad hängen, wie sie auf Deinem Bild liegen, der größere Innendurchmesser oben, um Fehlstellen in Ecken durch Gasblasenstau zu vermeiden.
In Rohren mit im Vergleich zum Durchmesser großer Länge (l > 5 d) und eher kleinem Durchmesser baut sich im Inneren kein Feld auf. Die Feldstärke nimmt vom Rohrende bis ca. 1,5 - 2 d auf Null ab. Weiter drinnen gibt es mangels elektrischen Feldes keine Eloxalschicht, dieser Bereich kann bei der Stromberechnung außer Acht gelassen werden.
Grüße, Rudi
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Wenn Du sicher bist, richtig gemessen zu haben, miss nochmal!