Hallo, Urs!
Zunächst einmal eine Klarstellung zu Vorgangsweise und zeitlichem Ablauf:
Die Farbpasten, ob nun farblos oder nicht, werden wie die flüssigen Farben zum Färben der anodisierten Flächen eingesetzt, also (nach Trocknung) unmittelbar nach dem Säurebad auf die offenporige Oberfläche aufgebracht. Dass dabei jeder von der Paste bedeckter Fleck die Pastenfarbe erhält, ist klar. Daher ist bei Arbeit mit Pasten ganz exakt zu arbeiten; Fehler zu korrigieren, ist mit einfachen Mitteln (Abwischen) nicht möglich.
Nach Trocknung der Farbpaste kann das Bauteil dann in flüssiger Farbe eingefärbt werden, wobei die pastengefärbten Teilbereiche ihre Farbe behalten. Es ist dadurch eine mehrfarbige, aber homogen eloxierte Oberfläche erreichbar.
Ja, eloxierte Platten darf man (in Grenzen) erhitzen!
Die Eloxalschicht sollte über 1000° C aushalten, schließlich besteht sie aus Korund.
Das Alu-Grundmaterial schmilzt ohnehin schon bei niedrigeren Temperaturen, daher keine Gefahr für die Schicht.
ABER:
Die meisten Farben sind nur bis zu 200 °C beständig, darüber kommt es zu Farbveränderung bzw -verlust.
Wenn also das von Dir erwähnte Verfahren mit Wachs - das auf die fertig eloxierte und verdichtete Oberfläche angewandt wird - bei weniger als 200° C funktioniert, wäre das, ebenso wie meine Lackmethode, die geeignete Vorgangsweise.
Grüße, Rudi
___________________________________________________
Wenn Du sicher bist, richtig gemessen zu haben, miss nochmal!