Hallo,
1.Darf man zum reinigen auch Natriumhydroxid (abflussreiniger) benutzen,oder diennt es nur dazu dar eine vorhandene Eloxalschicht abzulösen?
Man kann auch mit Natriumhydroxid reinigen. Allerdings satiniert man damit z.B. polierte Oberflächen, da die Lauge das Aluminium angreift. Außerdem ist die Reaktion selbstbeschleunigend. Also unbedingt vor Ort bleiben und beobachten!
2.Nachdem eine alte Farbe in der Lauge abgelöst ist, kann das Werkstück einfach nur neu gefärbt werden?
Nach dem Beizen ist die Aluminiumoberfläche wieder blank, d.h. das Werkstück muss so behandelt werden wie eines, das noch nie eloxiert wurde -> gesamte Prozedur durchlaufen.
zu 3., 7., 10.:
Spülen zwischen den Bädern ist immer gut - am besten einfach in destilliertem Wasser. Nach dem Farbbad sollte man natürlich nur kurz eintauchen (oder besser abspülen), damit kein Farbstoff aus den Poren austritt.
4.Ist es besser die Säure vorher herrunter zu kühlen wenn ja auf wieviel Grad?
Das kommt wie immer darauf an. Das Säurebad sollte zumindest nicht zu warm werden (> +20°C). Je kühler das Bad, desto mehr Schicht entsteht, desto geringer ist aber auch das Farbaufnahmevermögen der Schicht. Wenn der Strom nicht zu hoch ist (bzw. das Bad entsprechend groß) und man das Bad gut durchmischt, kommt man durchaus auch ganz ohne Kühlung aus.
5.Spielt es eine Rolle wenn die Kathode grösser ist als das Werkstück (Bleiplate vom Dachdecker) und sollte sie vorher gerreigt sein.Wenn ja worin?
Nein, die Kathode kann größer sein - das ist meist sogar vorteilhaft, da das Feld im bad so gleichmäßiger ist. Spülen muss man die Kathode eigentlich nicht.
6.Ist es schlimm wenn die Badedauer länger stattfindet als errechnet?
Beim Säurebad kann das durchaus negativ sein, da so die Schicht weicher wird. Grundsätzlich sollten die Angaben der Parameter bei chemischen Reaktionen nur in Ausnahmefällen geändert werden.
8.Bevor da Stück ins Farbbad kommt ,darf es noch eine weile im Säurebad verweilen?
Nein. Die Säure trägt sonst die Schicht langsam ab.
9.Macht es was aus wenn in das Farbbad mehr Granulat rein kommt als das Datenblatt vorgibt?
Das kann zu Problemen führen - teilweise, weil sich der Farbstoff nicht mehr komplett löst, teilweise, weil er sich dann außerhalb der Poren anlagert. Die Datenblätter gibt es ja nicht umsonst
11.Kann die angemischte Farbe ohne Konzentrat weiterhin verwendet weden?
Was ist mit Konzentrat gemeint? Wenn der Konservierungszusatz gemeint ist: ja, man kann die Farbbäder weiter verwenden, sollte diese aber öfter filtern und abkochen. Sonst entsteht doch recht häufig Pilzbefall etc.
12.Wird das Sealsalz direkt in das kochende Wasser gegeben oder kann es auch ohne versiegelt werden?
Normalerweise rührt man das kalt ein - man kann es aber auch erst zum kochenden Wasser geben.
Eine Verdichtung in reinem Wasser hat viele Nachteile für die Qualität der Schicht. Das reicht vom Ausbluten der Farbe über belagsbildung bis hin zur mangelhaften Härte und UV-Beständigkeit.
Wenn es nicht auf Anhieb funktioniert, dann würde ich eine 'Minimaleloxierung' empfehlen: einfach einen Streifen Aluminiumblech (z.B. AlMg1) halb eloxieren. Dann kann man die Oberfläche exakt ausrechnen und hat keine Kontaktprobleme, da man den Pluspol problemlos außerhalb des Bades anschließen kann. Außerdem hat man eine bekannte Legierung.
Wenn das funktioniert, macht man schon einmal grundsätzlich alles richtig und kann sich an andere Bauteile wagen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks