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Noch ein Neuling mit Fragen ohne Ende...

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24 Okt. 2009 15:07 #1 von Fotomanni
Hallo zusammen,

ich habe jetzt viel hier gelesen. Sowohl die Anleitung wie auch das Forum ist ja sehr hilfreich. Trotzdem sind eine Menge Fragen übrig geblieben. Ich fang mal mit ein paar davon an:

1. Die Eloxalschicht ist doch nicht elektrisch leitend? Könnte man also eine zweifarbige Eloxierung einfach dadurch herstellen, daß man einmal normal eloxiert und danach einen Teil wieder wegfräst, nochmal eloxiert und in einer anderen Farbe färbt? Ziel wären z.B. ein farbiger Grund mit schwarzer Beschriftung.

2. Wäre es nicht sinnvoll, die Befestigung des Werkstücks elektrisch zu isolieren? Dann müßte doch auch eine dünne Kupfer- oder Alustange reichen, die mit Kunststoff elektrisch und gegen die Säure isoliert und am Werkstück festgeschraubt ist? Mir ist das Aufhängen am Draht irgendwie unheimlich.

3. Ist Alu- oder Edelstahlblech als Kathode dem Bleiblech ebenbürtig? Ich würde das Blei gerne vermeiden.

4. Kann man den ganzen Aufbau einfach in einen Kühlschrank (ins 2° Fach) oder wenn es richtig Kalt ist nach draußen stellen? Oder reicht die Wärmeabfuhr da noch nicht aus? Natürlich ohne gleichzeitig Lebensmittel drin zu lagern :-)

5. Trotz vieler Artikel zu dem Thema ist mir immer noch nicht klar: Welches ist die bessere Legierung zum Eloxieren? AlMgSi0,5 oder AlCuMgPb? Beides ist einfach zu bekommen und ganz gut zu bearbeiten.

6. In meiner lange vergangenen Jugend waren Trinkbecher aus eloxiertem Aluminium ganz modern. Kann ich daraus schließen, daß eloxierte Flächen lebensmittelecht sind? Hängt das vielleicht auch von der Farbe ab?

7. Woher bekomme ich Gastrobehälter aus V4A? Ich finde immer nur Edelsahl 18/10 was ja V2A ist. Und wenn ich mir den Blick der Verkäuferin vorstelle, wenn ich nach der Werktstoffnummer frage...

So, da habt ihr jetzt mal genug zu tun für das angefangene Wochenende. Aber ich schiebe bestimmt noch ein paar Fragen nach wenn ich erstmal angefangen habe.

Viele Grüße vom Rand der Welt
Manfred

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25 Okt. 2009 11:35 #2 von Christoph Drube
Hallo!

1. Die Eloxalschicht ist doch nicht elektrisch leitend? Könnte man also eine zweifarbige Eloxierung einfach dadurch herstellen, daß man einmal normal eloxiert und danach einen Teil wieder wegfräst, nochmal eloxiert und in einer anderen Farbe färbt? Ziel wären z.B. ein farbiger Grund mit schwarzer Beschriftung.

Das würde die zuerst aufgebrachte Schicht beschädigen, da diese in der Säure angelöst würde. Man hätte also auf jeden Fall zwei unterschiedliche Schichten. Davon abgesehen ist der Aufwand immens groß.
Für mehrfarbige Drucke etc. haben wir entsprechende Farbpasten im Angebot: nach der Anodisierung wird zuerst die Schrift in schwarzer Paste aufgebracht, dann lässt man diese trocknen und färbt nachher mit dem entsprechenden Farbbad den Rest. Zum Schluß versiegelt man alles zusammen.

2. Wäre es nicht sinnvoll, die Befestigung des Werkstücks elektrisch zu isolieren? Dann müßte doch auch eine dünne Kupfer- oder Alustange reichen, die mit Kunststoff elektrisch und gegen die Säure isoliert und am Werkstück festgeschraubt ist? Mir ist das Aufhängen am Draht irgendwie unheimlich.

Das braucht es nicht zu sein - so verfährt man schon seit Jahrzehnten in der Industrie. Wichtig ist einzig eine stramme Klemmung auf dem Draht. Man darf also die Teile nicht wie an einer Perlenkette nur locker auffädeln.
Natürlich kann man auch mit Alustäben und Gewinden arbeiten. Das ist aber wesentlich weniger flexibel, denn nicht jedes Bauteil hat Gewinde und dort erfolgt natürlich auch keine Eloxierung.

3. Ist Alu- oder Edelstahlblech als Kathode dem Bleiblech ebenbürtig? Ich würde das Blei gerne vermeiden.

Ja, das ist bei Alu kein Problem - man sollte das Blech aber nicht über Wochen und Monate im Bad lassen, da sich Aluminium langsam in der Säure auflöst. Also nach dem Anodisieren am besten herausnehmen und abspülen.
Bei Edelstahl sollte man aufpassen, dass sich keine Schwermetalle herauslösen.

4. Kann man den ganzen Aufbau einfach in einen Kühlschrank (ins 2° Fach) oder wenn es richtig Kalt ist nach draußen stellen? Oder reicht die Wärmeabfuhr da noch nicht aus? Natürlich ohne gleichzeitig Lebensmittel drin zu lagern :-)

Das hängt immer von Badgröße und dem Strom ab. Für den Anfang sollte das auf jeden Fall ausreichen.

5. Trotz vieler Artikel zu dem Thema ist mir immer noch nicht klar: Welches ist die bessere Legierung zum Eloxieren? AlMgSi0,5 oder AlCuMgPb? Beides ist einfach zu bekommen und ganz gut zu bearbeiten.

Ganz klar: AlMgSi0,5
Das ist die Referenzlegierung bei Anodisierungen. AlCuMgPb lässt sich deutlich schlechter färben (insbesondere helle Farbtöne sind ein Problem) und die Schicht hat schlechtere Eigenschaften.

6. In meiner lange vergangenen Jugend waren Trinkbecher aus eloxiertem Aluminium ganz modern. Kann ich daraus schließen, daß eloxierte Flächen lebensmittelecht sind? Hängt das vielleicht auch von der Farbe ab?

Wenn die Versiegelung in Ordnung ist, sollte der Farbstoff gar nicht mit den Lebensmitteln in Berührung kommen. Ich würde es aber trotzdem vermeiden, da je nach Versiegelungsart doch noch Substanzen an der Oberfläche sein können.
Natureloxierte und mit einfachem Heisswasser versiegelte Oberflächen sind natürlich unbedenklich.

7. Woher bekomme ich Gastrobehälter aus V4A? Ich finde immer nur Edelsahl 18/10 was ja V2A ist. Und wenn ich mir den Blick der Verkäuferin vorstelle, wenn ich nach der Werktstoffnummer frage...


Uns sind da leider auch nur V2A-Behälter bekannt, da die für Lebensmittel im Allgemeinen ausreichend sind.

Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks

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25 Okt. 2009 14:25 #3 von Fotomanni
Vielen Dank für die Antworten.

Mit der Farbpaste bin ich nicht so glücklich, weiß nicht wie ich die aufbringen soll. Siebdruck kommt nicht in Frage weil es sich ja um Einzelstücke handelt, die auch nicht unbedingt eine gerade Oberfläche haben.

Wäre es eine Option eine erste Eloxalschicht mit einem Schutzlack abzudecken? Dann müßte ich nur noch einen Lack finden, der sich gut wegfräsen läßt, das zweite Eloxieren aushält und sich danach leicht entfernen läßt ohne die Oberfläche zu beschädigen.

Aber egal, ich werde jetzt erstmal ein passendes Netzgerät besorgen, damit ich ein paar Versuche machen kann.

Viele Grüße
Manfred

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