Sooo, los geht's
Da ich Bohrungen in den Blechen habe würde es sich imo anbieten diese nutzen um die Bleche aufzuhängen. Ich dachte daran sie nur an Draht festzuhängen, habe aber gelesen das nicht so prall sein soll, da so die Kontaktfläche zu gering ist. Ich dachte daran die Bleche unter leichtem Druck auf zwei oder drei Alustäbe zu stecken, welche gleichen Durchmesser wie die Bohrungen haben, jedoch erhalte ich diese nicht der gleichen Legierung... Ist das schlimm??
Prinzipiell funktioniert das, allerdings muss man dabei bedenken, dass die Stäbe irgendwann auch wieder aus den Ösen heraus müssen. Da die Schichtbildung für Übermaß sorgt und die Stange schon anfangs straff sitzen muss, dürfte das Entfernen nur unter großer Mühe möglich sein - bei 0,5mm-Blechen führt das sicherlich zum Verbiegen und zu Rissen in der Schicht.
Ich würde, wenn es vom Endergebnis her nicht zu sehr stört, eine Gewindestange nehmen, und diese mit selbstgedrehten Muttern mit Durchmesser ganz knapp über Lochgröße verspannen, am besten mit kleinem Absatz, so dass das Blech exakt zentriert wird.
In welcher Reihenfolge sind die Eloxiererfolge bei folgenden Legierungen zu erwarten: AlCuMg1, AlMG3, AlMgSi0,5 ?
Grundsätzlich gilt: je reiner, desto besser. Zusätzlich sind Mg und Si in geringen Konzentrationen nicht schlimm, Cu färbt auf jeden Fall die Schicht dunkler. Reihenfolge von Optimal zu Nichtoptimal ist also:
AlMgSi0,5 -> AlMg3 -> AlCuMg1
Wird die Eloxatschicht die Wärmeabgabe des Blechs trotz ihrer geringen Dicke beeinträchtigen (evtl sogar drastisch?)
Den Wärmewiderstand kann man praktisch vernachlässigen (wir haben dazu mal Versuchsreihen durchgeführt: bei 20µm Schichtdicke ist der Effekt fast nicht messbar, lag also unter 0,1°C Temperaturdifferenz) - der Gewinn durch die dunklere Grünfärbung (für die Abgabe durch Wärmestrahlung) ist deutlich höher. Optimal ist natürlich Tiefschwarz, aber ich nehme an, dass es Grün sein muss
Wird das Blei irgendwie zersetzt oder geht es kaputt? Ich hätte hier noch Bleibacken (evtl 300g) allerdings, dürften diese nicht kaputtgehen...
Das Blei bleibt praktisch unverändert (die sich bildenden dunklen Oxidschichten lassen sich nachher leicht entfernen.)
Aber: wenn die Bleche kammartig hintereinander aufgehängt werden sollen, so reicht es nicht, einfach an eine Seite des Beckens eine Kathode zu platzieren. Durch die abnehmende Feldstärke im Bad gäbe es sonst starke Schichtdickenänderungen innerhalb eines Bleches.
Ich würde eine Kathode aus Alublechen empfehlen, die quasi wie ein Kondensator zwischen die zu eloxierenden Bleche gehängt wird, also: Kathodenblech, zu eloxierendes Blech, Kathodenblech usw.
Damit hat man überall gleiche Abstände und optimale Spannungsverläufe im Bad.
Gesetz den Fall die Sache mit der legierung vom Rohr beaast sich, wo bekommt man Titandraht her?
Den gibt es z.B. hier im Shop, allerdings dürfte 1,5mm Durchmesser für diese Größen/Stromstärken zu knapp sein. Außerdem wird eine einfache Klemmung an der doch sehr dünnen Blechstärke (Verbiegen) scheitern. Eine Verschraubung erscheint mir da sinnvoller.
Bei eBay findet man Batteriesäure (Schwefelsäure 37,5%) Literweise (inklus. Versand) für 8 Euro (ohne Versandkostenrabatte, da Gefahrengut) ist das zu teuer?? Wo bekommt man sie günstiger?
Ja, das ist
bei Weitem zu teuer. Hier im Autozubehör-Handel (Temot Autoteile) gibt es den Kanister mit 30 Litern zu 30 Euro + 5 Euro Kanisterpfand. Im Internet gibt es auch reichlich Chemikalienversender, die aber nicht alle an Privatkunden liefern.
Um einen Eindruck aus der Industrie zu geben: ein 1000-Liter-IBC mit 15%-Säure fertig angemischt kostet 15ct netto pro Liter ...
Wenn ich nun wie auch immer 10-20 Bleche irgendwie zusammen befestige habe ich ja dann einen 'Klotz' von ca. 4*40*40 cm (natürlich mit ca. 1cm) Abstand zwischen den einzelnen Blechen... Da würde sich als Gefäß diese Waschschüsseln abbieten. Wie platziere ich da am besten das Blei. Lieber an einem Rand als Blech oder als kompletten Rand (mit Dachdeckerblei) oder lieber den Boden der Pottichs auslegen?
Wie schon oben geschrieben: ich würde auf jeden Fall eine Kammkathode empfehlen. Und: das Bad sollte nicht zu klein ausfallen. Bei nur 1cm Abstand muss die Badumwälzung/Kühlung sehr effizient sein, damit sich die Grenzschicht nicht zu stark erhitzt. Bei 10 Blechen sind es bereits 60A, bei z.B. 15V Badspannung also 900 Watt, die das Bad aufheizen und die abgeführt werden müssen. Zusätzliche Badgröße erhöht die Wärmekapazität der Säure und gibt einem mehr Möglichkeiten, die Säure umzuwälzen.
In welchem Maße 'verschleisst' die Säure? bzw die Farbe? nicht das im Laufe des eloxens das Ergebnis immer schwächer wird... Wann sollte man diese wechseln um ein uniformes Ergebnis zu erhalten?
Die begrenzenden Faktoren für das Säurebad sind einmal der Aluminiumgehalt und die Säurekonzentration. Letzteres kann man durch ein Aräometer leicht ausgleichen, der Aluminiumgehalt steigt nur sehr langsam an.
Für Ihr Projekt würde ich sagen: darüber muss man sich keine Gedanken machen.
Bei unserem Grün benötigt man für eine satte Färbung etwa 3-4g pro Quadratmeter, insgesamt wären das also grob 70g Grün bei 16m².
Ich würde deswegen etwa 3-4g pro m² nachstärken.
Das hängt aber natürlich immer von der gewünschten Farbsättigung ab.
Wenn Sie merken, dass Sie etwas länger färben müssen, um den gewünschten Farbton zu erhalten (also durchaus zwischendurch herausnehmen und mit einem Muster vergleichen), ist es Zeit zum Nachstärken.
Gibt es eine günstige Narrensichere Methode zu kühlen bzw ist das für mein Vorhaben nützlich/dienlich?
Auf jeden Fall würde ich bei diesen Stromstärken und den Badausmaßen kühlen. Wenn es nicht eilig ist, kann man das komplette Bad zwischen den Durchgängen natürlich z.B. in einer Gefriertruhe herunterkühlen.
Ansonsten ist eine aktive Kühlung entsprechender Leistungsfähigkeit *immer* teuer. Noch einigermaßen preiswert wäre es z.B., wenn man Eiswasser durch ein Spiralsystem aus PVC-Schlauch durch das Bad pumpt. Zusätzlich muss aber auf jeden Fall die Säure selbst stark umgewälzt werden, damit die warme Säure am Blech sofort abgeführt wird. Das kann durch einen Kunststoffpropeller oder Lufteinblasung (sehr flexibel) oder - bestenfalls - durch säurefeste Pumpen geschehen.
Ich erhoffe mir Antworten und bedanke mich im Voraus.
Keine Ursache - es kann halt manchmal etwas dauern, weil wir nicht immer am Rechner sitzen
Das ist auf jeden Fall für einen Beginner schon ein sehr großes Projekt. Daran denken - klein und einfach anfangen. Umso schneller stellen sich dann die gewünschten Ergebnisse ein.
Mit freundlichen Grüßen,
Christoph Drube
Electronic Thingks
P.S.: was ich nicht so ganz verstanden habe, ist das mit den 40 Euro Versandkosten. Um das nochmal klarzustellen: innerhalb Deutschlands fallen
keinerlei Versandkosten an, egal welche Menge bestellt wird.